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Mein privater Lebenslauf |
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| Ich verbrachte eine
glückliche Kindheit in Ansfelden. Damals war es noch ein kleines Dorf, wo
praktisch jeder jeden kannte. Die Autobahn war noch so wenig befahren, dass
es möglich war, mit meinen Freunden von der Brücke aus die Fahrzeuge zu
zählen und die Autotypen mitzuschreiben. Meine besten Freunde in der Volksschule waren Oskar Eder, Franz Böhmer und Walter Jungmair. Wir verbrachten unzählige Stunden in den Wäldern rund um Ansfelden, auf dem Bauernhof der Maissers, am Bauhofgelände und im Ort, dessen Strassen damals noch staubige Schotterpisten waren. Unfälle führten dementsprechend immer zu aufgeschürften Knie, die mit Splitt verunreinigt waren. Auch meine Großmutter, die bei meinem Onkel Fredi und der Tante Anni wohnte, spielte eine große Rolle in meinem Leben, da ich sie oft besuchte und immer willkommen war. Wir hatten immer engen Kontakt zur Familie meines Vaters, dessen Schwestern Heli und Frieda wir oft besuchten. Ein Fest oder einen Feiertag ohne die Verwandtschaft wären für mich unvorstellbar gewesen. Cousins und Cousinen verstanden sich immer blendend und so ist es zum Glück bis heute geblieben. Das Gymnasium im Aloisianum brachte eine große Trauer in mein Leben, da ich in dieser Schule, das mit einem Internat ausgestattet war, jahrelang unter entsetzlichem Heimweh litt. Trotz meiner Freunde, allen voran Reinhard Fuchs und Günther Gstöttner, litt ich unter den strengen, zum Teil sogar sadistischen Aufsehern und der bis ins kleinste strukturierten Tagesordnung. Wir durften höchstens einmal im Monat für 24 Stunden nach Hause und so zählten wir immer die Tage und Stunden bis zu unserem nächsten Freigang. Durch dieses strenge Regime wurde mir meine vorher große Freude am Lernen ausgetrieben und ich quälte mich durchs Gymnasium. Schließlich konnte ich endlich die Matura machen und damit begann ein viel erfreulicherer Lebensabschnitt- das Studium der Medizin in Wien. Das erste Jahr war zwar durch eine dauernde Herbergssuche gekennzeichnet, da Zimmer sehr rar und teuer waren. Meine Eltern hatten gerade ihr Haus gebaut und konnten mich nur unter großen Opfern unterstützen. Als ich endlich eine kleine Wohnung in der Hermanngasse gefunden hatte, konnte ich mich voll dem Studium, aber auch den angenehmen Seiten Wiens widmen. Meine Cousine Elfi See, zu der ich ein inniges Verwandtschaftsverhältnis hatte, startete ebenfalls gleichzeitig mit dem Medizinstudium und so konnten wir uns gegenseitig unterstützen. Ich hatte das Glück, eine sehr liebe Freundin und Studienkollegin zu kennen, die mit mir viel lernte und mit der ich die meisten Prüfungen gemeinsam ablegte. Gertraud Schobesberger lebte im nahe gelegenen Pfeilheim und so konnten wir uns gegenseitig abprüfen und uns auf die Rigorosen vorbereiten. Schon 1978 lernte ich Traudi Fröschl kennen und wir verlebten ein heftiges auf und ab, bis wir uns doch immer näher kamen und gegen Ende meines Studiums endgültig zusammen blieben. Ein Jahr nach der Praxiseröffnung heirateten wir und wieder ein Jahr später kam unser erster Sohn zur Welt. Während der Studienzeit arbeitete ich nebenbei immer wieder, um mir ein bisschen etwas leisten zu können und auch die ersten Reisen konnte ich dank meiner Tante Frieda, die ein Transportunternehmen hatte, unternehmen. Ich fuhr als Beifahrer mit den LKWs durch halb Europa und konnte so meiner Leidenschaft frönen. Als Möbelschlepper, Kellner, Laborassistent und als Hilfsarbeiter in der Papierfabrik Nettingsdorf verdiente ich meine Brötchen. Nach einigen Jahren konnte ich mir sogar ein Auto
leisten, das für mich eine neue Art der Freiheit bedeutete. Trotzdem schaffte ich das Studium in relativ kurzer Zeit. Dann hieß es warten auf einen Turnusplatz. Fast ein halbes Jahr lang wurde ich vertröstet, bis ich endlich im Spital arbeiten durfte. Die drei Jahre vergingen sehr rasch, da ich viele Dienste machte, um endlich zu etwas Geld zu kommen. Im AKH hatte ich auch noch die Aufgabe des Turnusärztevertreters übernommen. Schon nach zwei Jahren beschäftigte ich mich mit der Vorbereitung zur Gründung der Ordination in Freindorf. Mit Hilfe eines Kredites kaufte ich das Haus im
Ulmenweg 1 und begann mit dem Umbau der Wohnung. Kaum war diese
bezugsfertig, mussten wir das Erdgeschoss radikal sanieren, da die
Ordination rechtzeitig fertig gestellt werden musste. Unser erster Sohn, Hannes kam im Mai 1987 zur Welt und machte uns zu einer richtigen Familie. Da wir uns über ihn so freuten, konnten wir schon im Jänner 1989 unseren zweiten Buben begrüßen, der unsere Familie vervollständigte. Einige Jahre später stürzte ich vom Kirschbaum und brach mir die Ferse. Trotz dieser Unglücksserie hatten wir einen ungebrochenen Anstieg der Patientenzahlen und wir konnten im Jahr 1990 einen neuerlichen Umbau mit Vergrößerung der Ordination in Angriff nehmen. Die nächste Bauphase war im Jahr 2000. Jetzt endlich hatten wir die ideale Größe erreicht. Leider kam 2002 das Hochwasser und vernichtete unseren Keller, in dem auch Therapie- und Lagerräume gelegen waren. Wieder mussten wir zupacken und alles so rasch wie möglich sanieren. Zum Glück habe ich perfekte Schwiegereltern, die uns in all diesen Jahren immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Auch meine Schwägerinnen und Schwager waren immer hilfsbereit und unterstützten uns regelmäßig. Meine Söhne gehen derzeit beide in Linz ins Gymnasium und sind schon drauf und dran vollkommen selbstständig zu werden. |
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