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Historisches

 
     
  Schon im Altertum war indischen und chinesischen Ärzten bekannt, dass das Überstehen bestimmter Infektionskrankheiten und Vergiftungen vor Wiedererkrankung mit der gleichen Krankheit schützt. Die Einbringung von krankheitsauslösenden Keimen in einen Organismus erfolgte schon etwa 1500 v. Chr.; es war damals der Bläscheninhalt der Pocken. Dieses Verfahren, auch Variolation genannt, wurde in Deutschland erst ca. 1724 eingesetzt.

Der Beweis, daß die Infektion mit Kuhpocken (Vaccinia) vor Infektion mit Menschenpocken (Blattern, Variola) schützt, erbrachte 1796 JENNER. 1874 wurde die gesetztliche Impfpflicht gegen die bekannten Krankheiten eingeführt. Wesentlich für die Entwicklung einer leistungsfähigen Immunprophylaxe waren die grossen Fortschritte in der mikrobiologischen Forschung im 19. Jahrhundert. 1882/5 wurde durch PASTEUR die Tollwutimpfung entwickelt. Die ersten Impfstoffe waren sogenannte Lebendimpfstoffe.

Voraussetzungen für die Herstellung von Impfstoffen mit toten bzw. inaktivierten Viren und abgetöteten Bakterien war der Nachweis, daß sie den Organismus bleibend vor Wiederinfektion schützen, ohne dass die Impfstoffe selber krankmachend sind.

Die ersten bakteriellen Totimpfstoffe 1896/7 waren gegen Typhus (PFEIFFER und KOLLE), Cholera (KOLLE) und die Pest (HAFKINE). Die entsprechenden Bakterien wurden vor der Injektion in den Organismus durch Erhitzen und Behandlung mit Phenol -einem Alkohol- abgetötet. Fortschritte in der Aufklärung der Zellbiologie und Biochemie machten Impfungen gegen weitere Krankheiten möglich:

Poliomyelitis 1953, Masern 1963, Röteln 1967, Mumps 1975 oder Hepatitis B 1979.